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Nutzungsabhängige Abrechnung: Jira-Komponenten ab Dezember 2026

Geschrieben von Redaktionsteam ISO Atlassian Blog | 05.10.2026, 12:54:41

Plattformnutzung und Kontingente

Ab dem 3. Dezember 2026 führt Atlassian für bestimmte Komponenten eine nutzungsabhängige Abrechnung ein. Die Plattformnutzung erfasst und meldet, wie Kontingente – beispielsweise Rovo-Credits, Automatisierungsschritte oder Assets-Objekte – innerhalb einer Organisation verwendet werden.

 

Organisationsadministratoren können die Nutzung überwachen, Nutzungslimits festlegen und die Einstellungen bei Bedarf anpassen. Die Kontingente werden grundsätzlich auf Organisationsebene gebündelt. Dadurch können Nutzer oder Standorte ein gemeinsames Kontingent verwenden, anstatt dass die Nutzung ausschließlich getrennt pro App erfasst wird.

Wenn das Nutzungslimit erreicht ist und die Option für zusätzliche Nutzung aktiviert wurde,

    • erhalten Organisations- und Abrechnungsadministratoren Benachrichtigungen bei 80% und 100% der Nutzung;
    • laufen die betroffenen Funktionen ohne Unterbrechung weiter;
    • wird die zusätzliche Nutzung am Ende des Abrechnungszeitraums über die nächste Rechnung abgerechnet.

Administratoren können die zusätzliche Nutzung deaktivieren oder entsprechende Ausgaben- und Nutzungslimits festlegen.

Bei diesen Komponenten ändern sich die Abrechnungsmodelle

Atlassian-App oder -Komponente

Abrechnungseinheit

Rovo

Rovo-Credits

Atlassian Automation

Automatisierungsschritte

Assets

Assets-Objekte

Bitbucket

Build-Minuten, Git LFS, Packages-Netzwerktransfer und Packages-Speicher

Customer Service Management

Lösungen durch KI-Agenten

 

Die Nutzung wird je nach Funktion unterschiedlich erfasst. Rovo-Credits werden beispielsweise für bestimmte KI-Interaktionen benötigt, während bei Automatisierungen einzelne ausgeführte Schritte (bisher wurden Automatisierungsläufe gezählt) gegen das Kontingent abgerechnet werden. KI-Agenten werden nur dann als Lösung abgerechnet, wenn sie eine Kundenanfrage vollständig und ohne Übergabe an ein menschliches Team lösen.

Rovo-Credits

Rovo-Credits werden für bestimmte KI-Funktionen und für den Zugriff auf angereicherten Kontext aus dem Teamwork Graph verwendet. Welche Aktionen Credits verbrauchen, hängt von der jeweiligen Funktion und teilweise von der Komplexität der Anfrage ab.

Enthaltene Rovo-Credits

Atlassian-Angebot

Standard
Rovo-Credits pro Benutzer und Monat

Premium
Rovo-Credits pro Benutzer und Monat

Enterprise
Rovo-Credits pro Benutzer und Monat

Jira

25

70

150

Confluence

25

70

150

Service Collection

250

700

1.500

Teamwork Collection

250

700

1.500

 

Gemeinsame Nutzung auf Organisationsebene

Das gesamte Rovo-Guthaben einer Organisation wird zu einem gemeinsamen Pool zusammengefasst. Dadurch können Nutzer mit höherem Bedarf mehr Credits verbrauchen, während Nutzer mit geringerem Bedarf weniger davon ausgeben.

Die Credits werden außerdem über berechtigte Apps und Collections hinweg aggregiert. Ein Kunde mit Jira- und Confluence-Lizenzen erhält beispielsweise die kombinierten Rovo-Credits aus beiden Apps – jeweils abhängig von der gebuchten Edition.

Eine spätere Erweiterung wird es ermöglichen, Rovo-Credits einzelnen Nutzern gezielt zuzuweisen.

Beispielrechnung

Eine Organisation verfügt über 100 Confluence-Premium-Benutzer und 100 Jira-Premium-Benutzer.

Die monatliche Berechnung lautet:

100 x 70 Credits für Confluence
+ 100 x 70 Credits für Jira
= 14.000 Rovo-Credits pro Monat

Die Inklusivkontingente werden monatlich zum jeweiligen Abrechnungsdatum aktualisiert. Nicht genutzte Credits werden nicht in den folgenden Monat übertragen.

Automatisierungsschritte

Die Nutzung von Atlassian Automation wird künftig in einzelnen Schritten gemessen. Ein Automatisierungsschritt ist ein ausgeführter Teil eines Automatisierungsablaufs. Dazu gehören Trigger, Bedingungen, Aktionen, Verzweigungen und Schleifen.

Jede Organisation erhält – abhängig von ihren Abonnements und Tarifen – ein Kontingent an Automatisierungsschritten. Dieses Kontingent wird auf Organisationsebene gebündelt.

Beispiel für das gemeinsame Kontingent

Die Beispielorganisation verfügt über folgende Lizenzen:

    • 100 Jira-Premium-Benutzer: 100 x 750 = 75.000 Automatisierungsschritte.
    • 100 Confluence-Standard-Benutzer: 100 x 100 = 10.000 Automatisierungsschritte.

Das gemeinsame monatliche Kontingent beträgt damit 85.000 Automatisierungsschritte.

Die Kontingente werden monatlich aktualisiert. Nicht genutzte Schritte werden nicht übertragen. Zusätzliche Automatisierungsschritte werden nach dem jeweils gültigen Atlassian-Preis abgerechnet.

Was gilt als Automatisierungsschritt?

Als Automatisierungsschritt zählt eine Funktion, die innerhalb eines Ablaufs ausgeführt wird. Dazu gehören:

    • Trigger: Das Ereignis, das einen Ablauf startet.
    • Bedingungen: Die Logik, die entscheidet, ob der Ablauf fortgesetzt wird.
    • Aktionen: Die Aufgabe, die der Ablauf ausführt.
    • Verzweigungen: Alternative Pfade, beispielsweise über if und else.
    • Schleifen: Wiederholte Aktionen innerhalb eines Ablaufs, beispielsweise for each.

Ein Schritt wird abgerechnet, wenn seine Ausführung zu einem der folgenden Status führt:

    • SUCCESS: Der Schritt wurde erfolgreich abgeschlossen.
    • NO_ACTIONS_PERFORMED: Der Schritt wurde ausgeführt, führte jedoch zu keiner Änderung.
    • SOME_ERRORS: Bei der Ausführung sind beispielsweise aufgrund einer fehlerhaften Konfiguration geschäftliche Fehler aufgetreten.
    • ABORTED: Der Schritt wurde vor dem Abschluss abgebrochen.
    • NO_MATCH: Auch wenn ein Trigger keine Übereinstimmung findet, wird die Ausführung des Triggers als Schritt gezählt.

Automatisierungsschritte, welche KI-Funktionen aufrufen wie z. B. „Use Rovo“, „Use agent“ oder den Jira Coding Agent, werden separat über Rovo-Credits abgerechnet und nicht als zusätzliche Automatisierungsschritte gezählt.

Assets-Objekte

Plan oder Collection

Enthaltene Objekte

Jira Standard, Premium und Enterprise

1.000

Teamwork Collection

5.000

Service Collection Standard

5.000

Service Collection Premium

50.000

Service Collection Enterprise

500.000

 

Jeder Standort verfügt über ein festgelegtes Kontingent an Assets-Objekten. Die Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Plan und der Edition.

Die Standortkontingente werden zu einem organisationsweiten Gesamtkontingent zusammengefasst. Die Nutzung wird daher über alle Standorte einer Organisation hinweg gemeinsam erfasst und nicht ausschließlich getrennt pro Standort.

Unabhängig vom verfügbaren Gesamtkontingent kann jeder Standort maximal 3 Millionen Objekte enthalten. Diese Begrenzung gilt auch dann, wenn an anderen Standorten noch ungenutztes Kontingent verfügbar ist.

Wofür werden Rovo-Credits verbraucht?

Rovo-Credits werden durch abrechnungsfähige Ereignisse verbraucht. Welche Aktion als abrechnungsfähig gilt, hängt von der verwendeten Funktion ab.

Beispiele:

    • Im Rovo-Chat kann jede Benutzernachricht ein abrechnungsfähiges Ereignis darstellen.
    • Bei Atlassian-Agenten und anderen KI-Funktionen kann jeder Aufruf als abrechnungsfähiges Ereignis gelten.
    • Die Menge der verbrauchten Credits kann von der Komplexität der Anfrage und dem erforderlichen Rechenaufwand abhängen.

Nicht jede KI-Funktion wird automatisch auf dieselbe Weise abgerechnet. Deshalb empfiehlt es sich, die Nutzung regelmäßig über „Atlassian Administration“ zu kontrollieren.

Lösungen durch KI-Agenten

Die Nutzungsgebühren für Lösungen durch KI-Agenten beginnen am 3. Dezember 2026. Bis zu diesem Zeitpunkt fallen für diese Nutzung keine entsprechenden Gebühren an.

KI-Agenten sind in den Tarifen Standard, Premium und Enterprise verfügbar. Im kostenlosen Tarif stehen sie nicht zur Verfügung.

Eine Lösung durch einen KI-Agenten wird nur dann abgerechnet, wenn der Agent eine Kundenanfrage vollständig löst, ohne die Konversation an das zuständige Team weiterzuleiten. Der Agent muss eine vollständige Antwort geben, und das System muss die Konversation als gelöst bewerten.

Für die Abrechnung stehen zwei Optionen zur Verfügung, die auch kombiniert werden können:

    • Nutzungsabhängige Abrechnung: derzeit 1 US-Dollar netto pro Lösung
    • Lösungspakete, die im Voraus erworben werden

Lösungspakete

Bei einem Jahresvertrag können Unternehmen Lösungspakete im Voraus kaufen. Für größere Abnahmemengen sind Rabatte vorgesehen.

Die im Paket enthaltenen Lösungen werden gleichmäßig auf zwölf Monate verteilt und monatlich dem Kontingent gutgeschrieben. Nicht genutzte Lösungen verfallen am Ende des jeweiligen monatlichen Abrechnungszeitraums und werden nicht in den Folgemonat übertragen.

Umfang des Lösungspakets

Rabatt

Nettopreis pro Lösung

Weniger als 12.000 Lösungen

0%

1,00 US-Dollar

12.000 bis 49.999 Lösungen

5%

0,95 US-Dollar

50.000 bis 199.999 Lösungen

10%

0,90 US-Dollar

200.000 oder mehr Lösungen

15%

0,85 US-Dollar

 

Bitbucket-Metriken

Bei Bitbucket hängt das enthaltene Kontingent vom gewählten Plan ab. Relevant sind unter anderem Build-Minuten, Git-LFS-Speicher sowie Packages-Speicher und Netzwerktransfer.

Plan

Preis

Enthaltene Kontingente

Schutz bei Überschreitung

Free

0 US-Dollar für bis zu 5 Benutzer

50 Build-Minuten pro Monat; 1 GB Large File Storage insgesamt; bis zu 100 Schritte pro Pipeline; bis zu 10 parallele Schritte

Nicht enthalten

Standard

3,65 US-Dollar pro Benutzer und Monat; Mindestpreis von 18,25 US-Dollar für 1 bis 5 Benutzer

2.500 Build-Minuten pro Monat; 5 GB Large File Storage insgesamt; bis zu 100 Schritte pro Pipeline; 4x- und 8x-Pipeline-Größen

Enthalten

Premium

7,25 US-Dollar pro Benutzer und Monat; Mindestpreis von 36,25 US-Dollar für 1 bis 5 Benutzer

3.500 Build-Minuten pro Monat; 10 GB Large File Storage; bis zu 100 Schritte pro Pipeline; 4x- und 8x-Pipeline-Größen sowie zusätzliche Premium-Funktionen

Enthalten

 

Zum Premium-Plan gehören unter anderem:

    • Merge Checks
    • Deployment Permissions
    • IP-Allowlisting
    • Zwei-Faktor-Authentifizierung
    • Access Controls
    • Gemeinsame Pipeline-Konfigurationen

 

Zusätzliche Kontingenterweiterungen

Zusätzliche Nutzung

Preis

Build-Minuten

10 US-Dollar pro 1.000 zusätzliche Build-Minuten und Abrechnungszyklus

Git-LFS-Speicher

10 US-Dollar pro 100 GB zusätzlichem Speicher

Packages-Speicher

0,35 US-Dollar pro zusätzlichem GB und Monat

Packages-Netzwerktransfer

0,70 US-Dollar pro zusätzlichem GB und Monat

 

Die konkrete Abrechnung kann vom jeweiligen Vertrag, Tarif und Abrechnungszyklus abhängen. Unternehmen sollten daher vor dem Start der nutzungsabhängigen Abrechnung die aktuellen Bitbucket-Preis- und Vertragsbedingungen prüfen.

Überwachung der Plattformnutzung

Organisationsadministratoren können die aktuelle Auslastung über Atlassian Administration überwachen:

Der relevante Bereich befindet sich unter:

Atlassian Administration → Insights → Platform usage

Dort lassen sich – abhängig von Funktion und Berechtigung – unter anderem folgende Informationen einsehen:

    • Das insgesamt enthaltene Kontingent
    • Die aktuelle Nutzung
    • Nutzungstrends auf App-Ebene
    • Die Nutzung einzelner Benutzer
    • Funktionen, die das Kontingent besonders stark beanspruchen

Administratoren sollten die Nutzung vor dem 3. Dezember 2026 prüfen, realistische Limits festlegen und die Benachrichtigungen bei 80% und 100% aktiv überwachen. So lassen sich unerwartete Kosten und Unterbrechungen besser vermeiden.

Unser Fazit

Ab dem 3. Dezember 2026 erfasst Atlassian bestimmte Nutzungen auf Organisationsebene und rechnet zusätzliche Nutzung je nach Funktion ab. Betroffen sind unter anderem Rovo-Credits, Automatisierungsschritte, Assets-Objekte, Bitbucket-Metriken und Lösungen durch KI-Agenten.

Für Unternehmen ist deshalb wichtig, die eigenen Kontingente, Nutzungslimits und Abrechnungsoptionen frühzeitig zu prüfen. Die zentrale Steuerung erfolgt über Atlassian Administration. Dort können Organisationsadministratoren die Plattformnutzung überwachen und festlegen, ob zusätzliche Nutzung zugelassen oder begrenzt werden soll.

Möchten Sie die neuen Nutzungskontingente und Kosten für Ihre Jira- und Atlassian-Umgebung proaktiv steuern? Wir unterstützen Sie gerne bei der Prüfung Ihrer aktuellen Nutzung, der Definition sinnvoller Limits und der Vorbereitung auf die nutzungsabhängige Abrechnung ab Dezember 2026. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung.